Leben und Arbeiten

Das Kelnhof-Museum
Das Kelnhof-Museum
Vorratskeller
Vorratskeller
Küche
Küche
Stube
Stube
Bauernschrank
Bauernschrank
Himmelbett
Himmelbett

Das typische Haus

Ob im großen Kelnhof oder in einem kleineren Gebäude – das für die Region Baar typische Haus vereinte Wohnteil und Ökonomie unter einem Dach, es steht quer (traufseitig) zur Straße, die Wohnräume befanden sich wegen des hohen Grundwasserspiegels im 1. und 2. Obergeschoss und deshalb gab es auch in vielen Häusern überhaupt keine Keller oder nur ein einzelner Kellerraum. Diese Hausform wird als „gestelztes Quereinhaus“ bezeichnet.

Die  Möbel und Geräte im Wohnteil des Kelnhofs stammen aus dem 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert aus Bräunlingen, aus der Baar und dem angrenzenden Ostschwarzwald. Die Einrichtung ist so authentisch wie möglich und die Lage der Räume wurde so übernommen, wie sie ursprünglich war, d.h. dort, wo die Museumsküche sich befindet, war tatsächlich die Küche, die Stube war immer schon die Stube usw.

Kellerraum

Der Kelnhof verfügt über einen Kellerraum, in dem die Vorräte lagerten: die „Krautstande“, in das Sauerkraut gärte und lagerte; Geschirr und Gestelle zum Aufrahmen der Milch für die Butterherstellung; das Mostfass und die Beerenpresse; die Gläser mit dem Eingemachten; die hölzerne „Teigmulde“, in der der Brotteig geknetet wurde und die mäusesichere „Brothange“, auf der die gebackenen Brotlaibe lagen und schließlich auch die Geräte für die Hausschlachtung.

Küche

In der Küche im 1. Obergeschoss wurden die Brote im Brotbackofen gebacken. Dieser Ofen ist eine regionale Spezialität und in dieser Form nur im alemannischen Sprachraum anzutreffen. Er wird von der Küche aus befeuert, hat ein gemauertes Gewölbe und reicht bis in die Stube. Hier strahlen die Kacheln 24 Stunden lang wohlige Wärme aus, denn durch einen Zug wird das mit Holz befeuerte Gewölbe zum Kamin hin abgeschlossen, sobald die Scheite nur noch glühen. Solche Öfen finden sich nach wie vor in vielen Häusern der Region, der Museumsofen wird jedoch nicht mehr befeuert.

Der gemauerte Herd ist das Herzstück der Küche: er dient natürlich zum Kochen der Speisen und  wärmt gleichzeitig den Raum – und nicht nur diesen: Die warme Abluft des Küchenherdes wird in die „Kunst“, eine gekachelte Ofenbank in der Stube neben dem Kachelofen, geleitet. So war die Stube das ganze Jahr über angenehm temperiert, auch in der Zeit, in der der Kachelofen nicht angefeuert wurde.

Auf dem Herd und um den Herd herum stehen und hängen all die Geräte, die man zum Kochen brauchte: Töpfe und Pfannen, aber auch verschiedene Arten von Waffeleisen, eine Röstpfanne mit einer Kurbel zum Rösten von Gerste für Malzkaffee, die ersten Dampfkochtöpfe, eine große Spätzlepresse mit Kurbel und vieles mehr.

Die Arbeit in der Küche umfasste nicht nur die Arbeit am Herd, denn auch das Wasser floss nicht aus der Leitung, sondern wurde in Eimern und Kannen von den öffentlichen Straßenbrunnen ins Haus getragen; das verbrauchte Spülwasser wurde im Eimer unter dem Schüttstein gesammelt, wieder nach unten getragen und zusammen mit Speiseabfällen an die Schweine verfüttert.

Fleissige Hände bedienten Butterstampfer oder Butterrührfass, bis aus dem Rahm ein Butterballen entstanden war. Im Regal über dem Küchentisch finden sich hölzerne Formen mit geschnitzten Ornamenten, in die die Butterballen gedrückt wurden.

Irdenes Geschirr, Schüsseln, Kannen und Backformen vervollständigen das lebendige Bild.

Die Stube

Die Stube ist sonnig und hell; beim „Herrgottswinkel“, wo das Kruzifix seinen traditionellen Platz hat, stehen der Tisch und die bemalten und geschnitzten Brettstühle; zwischen Ofen und Fenster ist der Platz für Wiege und Spinnrad. Ein mächtiger Schrank, der „Kasten“, mit typischer Bemalung, ein sehr aufwändig und kunstvoll geschnitzter spätbarocker Sekretär mit Tabernakelaufsatz, die Glas-, Zinn- und Keramikobjekte und viele weitere Details geben einen Eindruck von der soliden Einrichtung in einem wohlhabenden Bauernhaus.

Schlafkammer

Auch die Einrichtung der Schlafkammer zeugt von einem gewissen Wohlstand, den man in der Ackerbürgerstadt Bräunlingen durchaus antreffen konnte: Ein aufwändig bemaltes Himmelbett, eine dazu passende geräumige Truhe und ebenfalls ein schöner Schrank fallen ins Auge. Vielfältig sind auch hier die Gegenstände, mit denen der Raum zusätzlich ausgestattet ist: Die Hinterglasbilder, Kruzifixe, Weihwassergefäße und das mit christlichen Symbolen bemalte Bett sind Ausdruck der Religiosität, durch die das Leben von der Geburt bis zum Tod geprägt war.