Stadtgeschichte

Ausschnitt aus dem Gemarkungsplan von 1721
Ausschnitt aus dem Gemarkungsplan von 1721
Oberschultheiß J.K. Gumpp mit Familie
Oberschultheiß J.K. Gumpp mit Familie
Richtschwert der Stadt Bräunlingen
Richtschwert der Stadt Bräunlingen
Schriftenreihe der Stadt Bräunlingen Band 1
Schriftenreihe der Stadt Bräunlingen Band 1

Bräunlingen

Im Jahre 799 hätten Abt Waldo und der Konvent des Klosters Reichenau die Pfarrei Bräunlingen gestiftet, Karl der Große habe dem Kloster Besitzungen auf Bräunlinger Gebiet geschenkt – so behauptete jedenfalls das Inselkloster.

Tatsache ist, dass das Kloster tatsächlich hier begütert war und diese Besitzungen vom Reichenauer Kelnhof  aus verwaltet wurden. Der Turm der uralten Kirche St. Remigius (außerhalb der Stadtmauern) ist um das Jahr 1000 entstanden, jedoch muss man von primitiveren – und entsprechend älteren – Vorgängerbauten ausgehen.

Bräunlingen gehörte zum Besitz der Herzöge von Zähringen, die Namen von zwei zähringischen Ministerialen, Luitfried (um 1120, unter Bertold III.) und Reginhard (um 1150, unter Konrad) sind beurkundet. Nach Überlieferung St. Blasianischer Historiker des 18. Jahrhunderts war bis Ende des 18. Jahrhunderts im Niedertor eine Inschrift zu lesen, nach der Bräunlingen 1203, unter Bertold V. von Zähringen, gegründet worden sei. In dieser Zeit müsste die Stadt dann auch ummauert und mit ursprünglich vier Toren  versehen worden sein. Heute ist nur noch ein Tor, das Nieder- oder Mühlentor erhalten und dieses wurde nach Abbruch des mittelalterlichen Tores 1903 neu erbaut. Die mittelalterliche Stadtanlage ist noch gut erkennbar, die äußere ist Stadtmauer an einigen Stellen noch erhalten. Die innere Stadtmauer wurde durch die ursprünglich fensterlosen Rückwände der hier liegenden, aneinandergebauten Häuser gebildet.

Spätestens 1305 besaß Bräunlingen Stadtrechte und im gleichen Jahr verloren die Grafen von Fürstenberg, als Erben der Zähringer  Landgrafen in der Baar, die Stadt an das Haus Habsburg. Bräunlingen und seine Gemarkung, der „Zwing und Bann“, blieben von da an  500 Jahre lang vorderösterreichisch – eine Exklave inmitten der fürstenbergischen Landgrafschaft Baar. Um ihr Ausscheiden aus der fürstenbergischen Landgrafschaft Baar zu dokumentieren, nannte sich die Stadt seither „Bräunlingen vorm Wald“ und spielte damit darauf an, dass sich die Bräunlinger Gemarkung in den Ostschwarzwald hinein erstreckt. Erfolgreich haben sich die Bräunlinger im Laufe dieser Geschichte immer wieder gegen eine Vereinnahmung durch die Grafen von Fürstenberg gewehrt.

Im Museum lassen viele Objekte, darunter der Gemarkungsplan von 1721, ein dreidimensionales Stadtmodell, das Richtschwert oder auch Gemälde, Zeichnungen und Fotos, sowohl von historisch bedeutsamen Persönlichkeiten als auch von Baudenkmälern,  Ereignisse und Epochen lebendig werden.

Publikationen

  • Hornung, Johann Baptist: Geschichte der Stadt Bräunlingen. Bräunlingen (Selbstverlag der Stadt), 1964
  • Balzer, Eugen: Überblick über die Geschichte der Stadt Bräunlingen. Donaueschingen (Mory), 1903

Schriftenreihe der Stadt Bräunlingen:

  • Bd. 1 „Beiträge zur Geschichte der Stadt Bräunlingen“
  • Bd. 2 „Spurensuche – Die Bräunlinger und ihre Stadt“
  • Bd. 3 „Kunstwerke aus dem Kelnhof-Museum“
  • Bd. 4 „Dunkle Zeiten – Krisen, Kriege und Konflikte“
  • Bd. 5 „Zwing und Bann, Markt und Stadt – Forst- und Gastwirtschaft in Bräunlingen“
  • Bd. 6 „Johann Baptist Tuttiné – Biographische Skizzen“
  • Bd. 7 „Bräunlingen zwischen 1880 und 1970 – Postkarten und Fotografien in einer Stadt mit Geschichte“

Gegen Barzahlung käuflich zu erwerben beim Amt für Tourismus, Kultur und Sport / Tourist-Information, Kirchstr. 3, 78199 Bräunlingen (neben dem Stadttor).