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Ausstellung zur Malerei als Erscheinung des Lichts ab 1. September im Kelnhof-Museum Bräunlingen

Ab dem 1. September sind im Bräunlinger Kelnhof-Museum Bilder von Markus Spiegelhalder aus Freiburg zu sehen. Spiegelhalder wurde 1950 als einer von Zwillingsbrüdern geboren. Seine ersten Jahre verbrachte er  in Bernau im Schwarzwald. Das Interesse am Malen und an der Musik zeigte sich sehr früh und blieb lebenslanger Begleiter. Mit der Pensionierung 2011 treten nach der Berufszeit als Lehrer alte Interessen wieder deutlicher hervor. Zahlreiche Besuche in der Metropole Frankreichs haben zu einem Buch geführt: „Paris – Lichte Straßen im Abglanz der Zeiten“ erschien 2016 in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerpater Dr. Bruno Klammer, selbst vielfacher Autor und Leiter des Provinzverlags in Brixen, Südtirol.

Die Ausstellung unter dem Motto „Malerei als Erscheinung des Lichts“ ist vom 1.-29. September jeden Sonntag von 14-17 Uhr geöffnet. Am 1. September ist das gesamte Kelnhof-Museum – wie jeden ersten Sonntag im Monat – von 14-17 Uhr geöffnet.

www.kelnhofmuseum.de

Hier finden Sie den aktuellen Flyer…

Markus Spiegelhalder schreibt selbst über seine Kunst:

„Der Maler hat seine eigene Sprache: Er malt ein Bild, damit ist von seiner Seite alles gesagt. Anders dagegen der Betrachter, der Pädagoge, der Berichterstatter: Bei ihnen beobachten wir die Neigung zum Austausch; sie tendieren dazu, sich des Dargebotenen irgendwie zu bemächtigen, es zu verstehen und in Wortsprache zu fassen. Der Dichter Gottfried Benn hatte in diesem Sinne auf den Unterschied von Kunst- und Kulturschaffen aufmerksam gemacht. Kunst strebt zur Ferne, löst aus nahen Bindungen und Anschauungen, Kultur dagegen umgekehrt: sie begrenzt, macht verfügbar.

Dennoch möchte ich den Betrachter meiner Malerei nicht ganz im Stich lassen und Weniges andeuten.

Ich muss etwa 17 – 18 Jahre alt gewesen sein, als ich im Basler Kunstmuseum ein Bild mit dem Titel „Alter Klang“ sah. Klee hatte Viereckformen unterschiedlicher Färbung geordnet, betrachtete also die Konstellation als Farbklang, als immaterielle, momentane Einheit.

Zur selben Zeit machte ich mich vertraut mit dem Spätwerk Beethovens. Die Kompositionen dieser Schaffensperiode kennzeichnen eine tiefe Innerlichkeit. Insbesondere beschäftigten mich jene Augenblicke, in welchen die Musik gleichsam zum Stillstand kommt. In diesem Zustand der Spannung verheißt seine Musik nur eines: Sie klingt. Ursprung aller Musik, der reine Klang… Am Lebensende  des Komponisten gewinnt der Klang gelegentlich ein besonderes Eigenleben, das schon die Romantik und in weiter Ferne Liszt, Debussy erahnen lassen. Beim letzteren beherrscht das Klangliche das musikalische Geschehen und es vertritt nicht selten visuell erfahrbare Natur. Debussy bewegt sich an der Grenze zum Malerischen; nicht umsonst nennt man ihn Impressionist, ein Begriff, der nicht so sehr in der Musik, sondern zuerst in der Malerei zu Hause ist.

Es wäre vollkommen vermessen, mich mit den genannten Größen in eine Linie zu stellen, aber ihre Werke hatten auf mich ihre Auswirkung, auch auf meine Malerei.

Anders als Paul Klee möchte ich jedoch im Visuellen bleiben:                                                                                                                                    Ich nenne meine Farbexperimente, ob abstrakt oder gegenständlich, „Erscheinungen des Lichts “, Vorläufiges zwischen individueller Begrenzung und der Grenzenlosigkeit des Lichts.“

 

Kontakt:

Markus Spiegelhalder

Schulhalde 17, 79112 Freiburg

Tel.  07665/99740

ma-spiegelhalder@t-online.de

Artikel wurde am 6. August 2019 veröffentlicht.